Wie plane ich eine Wanderung auf dem Peaks of the Balkans?

Ende Juni 2022 wanderte ich zum ersten Mal allein auf dem Fernwanderweg Wanderweg „Peaks of the Balkans“. Mit einer Länge von 192 Kilometern und einem Gesamtanstieg von 11.600 Höhenmetern auf 10 Etappen war die Wanderung nicht nur eine körperliche Herausforderung, sondern auch ein einzigartiges Erlebnis in atemberaubender wilder Natur. Nutze diesen Beitrag zur Planung deiner Wanderung auf dem „Peaks of the Balkans“ Wanderweg.

Wie plane ich meine Wanderung auf dem Peaks of the Balkans?

Wenn du abgeschiedene Täler, hohe Pässe und das Gefühl magst, in der Zeit zurückzureisen, sind die Peaks of the Balkans genau das Richtige für dich. Der Weg führt durch drei Länder, doch die Grenzen nimmt man kaum wahr. Es gibt nur Berge, Wiesen und ruhige Dörfer. In diesem Guide erzähle ich dir, wie ich mich vorbereitet habe, was ich erlebt habe, und gebe dir Tipps, wie du dein eigenes Wanderabenteuer entlang der Peaks of the Balkans noch besser gestalten kannst!

Planung

Für die Planung nutzte ich die Website www.peaksofthebalkans.at sowie den Reiseführer „Trekking the Peaks of the Balkans Trail“ von Cicerone. Außerdem hatte ich mir die Karte „Peaks of the Balkans (1:60.000)“ besorgt. Die Karte war rückblickend  nicht so nützlich wie ich erwartet hatte da nicht überall auf dem neuesten Stand. Ich fand es viel besser, mich auf die AllTrails-App zu verlassen. Da ich Ende Juni startete, war kein Schnee mehr auf den Pässen zu sehen. Besonders der Valbona-Pass kann bei Schnee gefährlich sein.

Route:

  • Strecke 192 km
  • Höhenmeter (Aufstieg) 9800 m
  • Höhenmeter (Abstieg) 9800 m
  • Tiefster Punkt 670 m
  • Höchster Punkt 2290 m
  • Typische Dauer 10 Tage
  • Wegtyp Rundwanderung

Highlights

  • Valbona-Pass: Wenn du deine Wanderung gegen den Uhrzeigersinn von Theth aus beginnst, ist dies der erste hohe Pass, den du bewältigst – und er ist wunderschön. Sei jedoch gewarnt: Die Schönheit der Etappe zwischen Theth und Valbona ist ein offenes Geheimnis.
  • Prosllopit-Pass: Wenn du Valbona gegen den Uhrzeigersinn verlässt, lichtet sich der Andrang sofort und du wirst wahrscheinlich einen ruhigen (aber anstrengenden) Aufstieg zum abgelegenen und schroffen Prosllopit-Pass haben. Schau dir unbedingt die supercoolen geheimnisvollen Höhlen auf beiden Seiten des Passes an.
  • Dreiländer-Gipfel: Der 2.366 m hohe Tromedja, oder der Dreiländer-Gipfel, ist ein Berg, der an der Dreiländergrenze zwischen Albanien, Montenegro und dem Kosovo liegt, nur einen kurzen Abstecher von der Hauptroute entfernt. Von allen Highlight dieser Wanderroute war dieser Gipfel mein Favorit. Die 360-Grad-Aussicht ist spektakulär, und es ist wirklich etwas Besonderes, auf einem Gipfel zu stehen und gleichzeitig in drei Länder zu blicken.

Anreise 

Der Peaks of the Balkans Trail hat drei Startpunkte:

  • Theth in Albanien
  • Pejë im Kosovo
  • Plav in Montenegro

Da ich Plav in Montenegro bereits kannte, aber noch nie im Kosovo oder in Albanien gewesen war, wollte ich in einem der beiden Länder starten. Außerdem suchte ich nach  günstigen Flugticket, und Tirana war zum Zeitpunkt meiner Reise die absolut beste Option.

Peaks of the Balkans Startpunkt Theth Albanien

Mein Startpunkt war Theth in Albanien

Von Tirana sind es ca. 180 km oder 4–5 Stunden Fahrt. Es ist möglich, über Shkodër mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Theth zu gelangen. Von Shkodër nach Theth fährt einmal täglich ein Bus sehr früh am Morgen. Da meine Zeit jedoch begrenzt war, mietete ich für 12 Tage ein Auto über DiscoverCars. So hatte ich auch die Möglichkeit, nach Tirana hinein zu Megatek zu fahren, um Gas für meinen Jetboil zu kaufen, sodass ich selbst kochen konnte. In Theth oder anderswo außerhalb Tirana ist kein Gas zu bekommen.

Grenzübertritte

Der Wanderweg überquert mehrmals die Grenzen zwischen Albanien, dem Kosovo und Montenegro. Es ist wichtig, bis spätestens 14 Tage im Voraus eine Grenzübertrittsgenehmigung zu beantragen. Die Genehmigungen sind in Albanien und im Kosovo kostenlos, während Montenegro eine Gebühr von 6 € plus 3 € pro Grenzübertritt erhebt. Ich empfand den administrativen Teil der Beantragung der Grenzübertrittsgenehmigungen als mühsam. Stattdessen nutzte ich ein Reisebüro, zahlte 25 € für alle drei Genehmigungen und erhielt diese innerhalb von 10 Tagen.

Peaks of the Balkans Permits Border Police

Die Border Crossing Permits sind nur erforderlich, wenn du in einem neuen Land übernachtest. Das bedeutet, dass keine Grenzübertrittsgenehmigung erforderlich ist, wenn man am selben Tag aus dem Land ausreist und wieder einreist. Die Genehmigungen werden dir dabei für ein bestimmtes Datum ausgestellt, aber ich habe gelesen, dass es akzeptiert wird, wenn man die Grenze +/- 1–2 Tage früher oder später überquert. Kontrollen finden regelmäßig statt, insbesondere im Kosovo, ich bin auf meiner Wanderung sogar einem Grenzschützer begegnet und musste meine Permits vorzeigen.

Übernachtung – Zelt oder Gästehäuser

Die meisten Wanderer übernachten in Gästehäusern und unterstützen damit die Locals und wandern mit leichterem Gepäck. Ich wollte unbedingt draußen schlafen entschied mich daher für Wildcamping. Wildcamping in allen Nächten bis auf eine wo ich mir den Luxus eines Gästehauses nach einem langen gegönnt habe. Achtung: Es gibt keine ausgewiesenen Campingplätze auf dem Trail, und es ist nicht erlaubt, ein Lagerfeuer zu machen.

Der Trail ist mitunter sehr steil und an manchen Tagen war es schwierig für mich, einen geeigneten ebenen Platz zu finden. Auf der gesamten Wanderung habe ich nur 4 andere Wanderer gesehen, die wild campierten. Einmal habe ich in einem Gästehaus zu Mittag gegessen auf halber Strecke und einmal habe ich eine Nacht in einer Pension verbracht, um zu duschen und meine Kleidung zu waschen.

Peaks of the Balkans auf eigene Faust

Peaks-of-the-Balkans-7-Tage-Wanderung

7 Tage Peaks of the Balkans Wanderung

Die kurze Variante des Trails ohne Kosovo, inklusive, Passüberquerung Theth - Valbona, Hrid See, Persllopit-Pass und Mt. Trekufiri im Dreiländereck

€ 615,00

Peaks-of-the-Balkans_auf-eigene-Faust 7 Tage bis 10 Tage

10 Tage Peaks of the Balkans Wanderung

Sehr beliebt: Die 10 Tage Variante durch 3 Länder mit Übernachtung im Schäferdorf Doberdol (Albanien), Mt. Gjeravica (Kosovo) und Zlat Kolata Peak (Montenegro)

€ 765,00

Peaks of the Balkans 11 Tage Selbst-Geführte Wander Tour

11 Tage Peaks of the Balkans Wanderung

11 Tage Peaks of the Balkans komplett durch alle 3 Länder - Albanien, Kosovo & Montenegro inkl. Fähre über den Koman See & Taljanka Peak im Grebaja Valley

ab € 890,00

Verpflegung auf dem Trail

In Theth (Albanien) und Plav (Montenegro) gibt es Möglichkeiten zum Einkaufen. In Theth gibt es einen kleinen Minimarkt gleich hinter der Brücke, plane also keine größeren Einkäufe hier ein. Plav hingegen verfügt über einen richtigen Supermarkt.

Wenn du dein Essen alles mitnehmen willst ist das Problem, dass es nicht viele gute Nachschubstellen gibt:

  • Plav: großer Supermarkt
  • Theth: kleiner Supermarkt mit Grundnahrungsmitteln
  • Valbonë: kleiner Kiosk
  • Peja: große Supermärkte (30 Minuten mit dem Auto vom Wanderweg entfernt)

Wenn du nicht dein gesamtes Essen mittragen möchtest, empfiehlt es sich, in den Dörfern Essen zu kaufen. In den Gästehäusern kann man frühstücken und zu Abend essen. Wenn du in Gästehäusern übernachtest, erhältst ein Lunchpaket. Ich habe gefriergetrocknete Lebensmittel für die gesamte Dauer meiner Reise von zu Hause mitgebracht, da es unterwegs keine Möglichkeit gegeben hätte, solche zu finden.

Wasser auf der Wanderroute

Das Wasser aus den Bächen kannst du trinken, außer in der Umgebung von Doberdol, wo es viele Berichte über Erkrankungen gelesen habe, da die Abwässer der Toiletten durch die Stadt in den Fluss geleitet werden. Ab Doberdol habe ich daher das gesamte Wasser gefiltert.

Doberdol Peaks of the Balkans

Ich hatte vor, mit nur kleinen Wassermengen zu wandern und oft nachzufüllen, da auf der Karte viele Bäche eingezeichnet sind. Auf dem ersten Abschnitt zwischen Theth und dem Valbona-Tal war das möglich, aber von hier an waren die Entfernungen zwischen den Wasserquellen zu groß. 2021/2022 war ein schneearmes Jahr, und vielleicht war das der Grund. Letztendlich wanderte ich mit 2–3 Litern Wasser und füllte mittags immer meinen Vorrat auf, um sicherzugehen, dass ich genug Wasser zum Zelten hatte. Nur eine Nacht hatte ich Wasser am Lagerplatz.

Orientierung

Ich benutze immer eine Karte und einen Kompass in Kombination mit Apps auf dem Handy wie AllTrails und Maps Me. Die Karte erwies sich als ungenau und enthielt falsche Bezeichnungen für Pässe – sogar der Weg war auf der Karte nicht korrekt eingezeichnet. Daher habe ich die Karte letztendlich gar nicht benutzt. Stattdessen verließ ich mich auf AllTrails.

Im Allgemeinen  waren die Markierungen gut. Besonders gut fand ich die Markierungen in Albanien, während es sowohl in Montenegro als auch im Kosovo Abschnitte mit sehr schlechten Markierungen gab und ich ein paar Mal vom Weg abkam – manchmal befand ich mich laut AllTrails-App auf dem Pfad, aber in Wirklichkeit war der Weg woanders. Daher musste ich gelegentlich durch dichten Wald zurück wandern.

Sicherheit

Auf vielen Abschnitten des Peaks of the Balkans gibt es keinen Mobilfunkempfang, daher hatte ich ein Garmin dabei und hatte vereinbart, jeden Tag eine Nachricht zu schicken. Das war letztlich auch eine gute Sicherheitsmaßnahme.

Bargeld

Nimm ausreichend Bargeld für diese Wanderung mit. Du wirst es für die Bezahlung der Unterkünfte benötigen, sowie zusätzlich für Taxis oder Jeep-Transfers, spontane Kaffeepausen und Snacks am Wegesrand usw. Ich habe mir in Shkodra vor Beginn der Wanderung albanische Lek sowie einige Euro für Montenegro und den Kosovo besorgt. In Plav gibt es zwar einen Geldautomaten, aber der kam (für mich) erst so spät auf der Wanderung, dass ich es vorzog, einfach so viel Bargeld mitzunehmen, wie ich für die gesamte Wanderung für nötig hielt.